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Solar-Reststrom mit Heizstab verwerten

Solar

Bei klassischen Triac-Leistungsstellern (Phasenanschnitt oder Phasenabschnitt) wird die Sinuskurve „zerhackt“.

Der Effekt:

  • starke Oberwellen
  • keine saubere Wirkleistung mehr
  • sehr steile Flanken

Moderne elektronische Stromzähler messen zwar True RMS, aber sie:

  • sampeln nur periodisch
  • berechnen daraus Energie

Wenn die Messung genau in ungünstigen Phasen passiert, kann es zu Messfehlern kommen. Das Problem ist bei manchen Smart Metern tatsächlich beobachtet worden.

Besonders kritisch:

  • stark asymmetrischer Phasenanschnitt
  • kleine Lasten mit stark beschnittener Kurve
  • Zähler mit einfacher Digitalfilterung

Deshalb nutzen viele PV-Heizstabregler eine andere Technik

Die guten Geräte (z.B. Fronius Ohmpilot oder my-PV AC ELWA-E) arbeiten nicht mit Phasenanschnitt, sondern mit:

Burst-Control / Nulldurchgangsschaltung

Dabei wird nicht die Sinuswelle zerschnitten, sondern ganze Halbwellen ein- oder ausgeschaltet.

Deshalb sind Zero-Cross SSR + Burst-Regelung heute Standard bei PV-Heizstäben.

DIY-Variante (die viele HA-Leute bauen)

Hardware:

  • ESP32
  • + Zero-Cross SSR (z.B. Fotek)
  • + Heizstab

Regelung:

  • 1-Sekunden-Fenster
  • 50 Netzzyklen

Beispiel:

  • 20 Zyklen EIN
  • 30 Zyklen AUS
  • → 40 % Leistung

Das ist für:

Netz

  • Stromzähler
  • Wechselrichter
  • praktisch unsichtbar.

Der Kostal reagiert sehr empfindlich auf unsauberen Netzstrom. Ein Phasenanschnittsteller kann den Wechselrichter manchmal zu Regelschwingungen bringen.

Burst-Control vermeidet das komplett.

Für deinen Zweck (PV-Überschuss verheizen, idealerweise stufenlos oder burst-geregelt) würde ich dir tatsächlich einen ziemlich klassischen Heizstab empfehlen – nur mit den richtigen Eckdaten.

Die sinnvolle Standardlösung

Für Warmwasserspeicher wird fast immer diese Bauart verwendet:

230 V / 3 kW Einschraub-Heizstab mit 1½″ Gewinde

Typische Daten:

  • Leistung: 3000 W
  • Spannung: 230 V
  • Gewinde: 1½″ (Standard bei Speichern)
  • Material: Edelstahl
  • Einbaulänge: ca. 270–360 mm
  • optional mit Thermostat und Sicherheitstemperaturbegrenzer

Ein typisches Beispiel ist der MB3000 OWR1 3 kW Immersion Heater.

Diese 3 kW-Klasse gilt als guter Kompromiss: genug Leistung zum Heizen, aber noch einphasig 230 V ohne Starkstromanschluss.

Warum 3 kW bei dir gut passt

Mit deinem Setup:

  • 10,2 kWh BYD
  • 7,1 kWh SolidFlex
  • PV-Überschuss im Sommer

wird dein Heizstab vermutlich nur mittags laufen.

3 kW bedeutet:

3 kWh Wärme pro Stunde

Dein 390 L Speicher braucht ungefähr:

390 kg × 4.18 kJ/kgK ≈ 1.63 MJ/K ≈ 0.45 kWh pro °C

Also:

3 kW → ~6–7 °C Temperaturanstieg pro Stunde

Das passt ziemlich gut.

Wichtig für deine geplante Regelung

Wenn du mit Burst-Control (Zero-Cross SSR) arbeitest, nimm unbedingt:

Heizstab OHNE integrierten Thermostat im Strompfad oder mit separatem mechanischem Thermostat.

Warum:

Viele integrierte Thermostate mögen schnelles Ein/Aus-Takten nicht.

Noch ein Tipp (der bei PV-Heizstäben oft vergessen wird)

Nimm lieber einen Heizstab mit:

3 getrennten Heizschleifen

z. B.

3 × 1000 W

Statt

1 × 3000 W

Dann kannst du:

  • 1000 W
  • 2000 W
  • 3000 W

auch stufig schalten, falls du später willst.

Das macht die Regelung viel stabiler.

Was ich persönlich bei deinem Setup verbauen würde

Ganz pragmatisch:

  • 3 kW / 230 V
  • 1½″ Gewinde
  • Edelstahl
  • 3 Heizschleifen
  • ohne Elektronik

Kosten: 40–90 €

 
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heizstab.1773172618.txt.gz · Zuletzt geändert: von gerald
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